2.1 Was ist BEM

2.1 Was ist BEM

  • Ziel des Betrieblichen Eingliederungsmanagements
  • Wenn ein Arbeitnehmer im Laufe der letzten zwölf Monate mindestens sechs Wochen arbeitsunfähig war – entweder ununterbrochen, mehrfach für kürzere Zeit oder inklusive einer medizinischen Rehabilitation –, steht ihm ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) zu. Dies bedeutet, gemeinsam mit dem Arbeitgeber nach Lösungen zu suchen, um dauerhaft eine Weiterbeschäftigung zu ermöglichen, ohne erneut zu erkranken oder frühzeitig komplett aus dem Arbeitsleben auszuscheiden.

  • Überblick- Die gesetzliche Regelung des § 84 Abs. 2 SGB IX
  • Im Gegensatz zu Absatz 1 des Gesetzes sind hier nicht ausschließlich schwerbehinderte, sondern alle Arbeitnehmer angesprochen. Das Gesetz schreibt nicht im Detail vor, in welcher Weise die vom Arbeitgeber zu organisierende Suche nach gesundheitsgerechten Beschäftigungsmöglichkeiten zu erfolgen hat. Es soll vielmehr als Hilfsangebot verstanden werden. Nach dem klaren Wortlaut des § 84 Abs. 2 SGB IX darf ein BEM nur mit Zustimmung der betroffenen Person durchgeführt werden. Lehnt sie ab, dürfen hieran keinerlei arbeitsrechtliche Konsequenzen geknüpft werden.

    § 84 Abs. 2 SGB IX verlangt weiter eine bestimmte Aufgaben- und Rollenverteilung. Danach muss der Arbeitgeber das BEM organisieren. Die Durchführung des BEM, d.h. die konkrete Suche nach Möglichkeiten einer gesundheitsgerechten Beschäftigung, ist aber eine gemeinsame Aufgabe von Arbeitgeber, Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung (sofern ein schwerbehinderter Mensch betroffen ist).

  • Was wichtig ist
  • Der Arbeitgeber muss das Betriebliche Eingliederungsmanagement in die Wege leiten, sofern der Arbeitnehmer zustimmt. Die Durchführung des BEM beruht von Seiten des Arbeitnehmers somit auf Freiwilligkeit.

  • Beteiligte Personen
  • Bei der Beurteilung der unterschiedlichen Faktoren und dem Erarbeiten einer individuellen Lösung können auf Wunsch des Arbeitnehmers beziehungsweise nach dessen Zustimmung neben dem Arbeitgeber außerdem der Betriebsarzt, der Betriebs- oder Personalrat, das Integrationsamt, der Reha-Träger und gegebenenfalls die Schwerbehindertenvertretung mit einbezogen werden.

  • Wer kann helfen?
  • Der Betriebsarzt kann helfen abzuklären, inwieweit es Möglichkeiten einer Anpassung der Arbeit an die gesundheitlichen Bedürfnisse des Arbeitnehmers gibt. Als Interessenvertreter fungieren darüber hinaus die Betriebsräte und Schwerbehindertenvertretungen. Sie haben dafür zu sorgen, dass die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Kolleginnen und Kollegen beachtet und die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden.

    Des Weiteren kann geprüft werden, ob im Einzelfall Hilfen aus den sozialen Sicherungssystemen erlangt werden können. Das Spektrum möglicher Hilfen kann insbesondere den §§ 33 ff. SGB IX, § 102 SGB IX entnommen werden.